Kultur und Alltag in Südkorea
Alter und Rang regeln Anrede und Sitzordnung – die erste Frage ist oft dein Jahrgang. Englisch trägt im Büro selten weit, und Kritik kommt verpackt: Ein „das wird schwierig" heißt Nein.
Was gut ankommt
- Mit beiden Händen geben und annehmen
- Hangeul lernen – in einer Woche machbar
- Beim Hoesik mitgehen, wenigstens einmal
Was man besser lässt
- Ältere ungefragt beim Vornamen nennen
- Ein Nein direkt ins Gesicht sagen
- Das Ostmeer „Japanisches Meer" nennen
Kennenlernen, Freundschaft, Familie
Beziehungen laufen nach Ansage: Es gibt einen Tag 1, den 100-Tage-Jahrestag und Pärchen-Shirts. Kennengelernt wird über Sogaeting – Blind Dates aus dem Freundeskreis – und über Apps. Heirat und Kinder stehen unter Familiendruck, gleichzeitig heiraten immer weniger.
Verständigung
- Sprachen: Koreanisch
- Reicht Englisch?: Im Alltag meist ja
Regeln, die überraschen
- Drogen: Null-Toleranz: schon eine kleine Menge Cannabis kann Haft oder hohe Geldstrafe bedeuten, dazu Ausweisung und Einreisesperre – Konsum wird wie Handel verfolgt.
- Anmeldung: Wer länger als 90 Tage bleibt, braucht die Ausländerkarte (ARC) – ohne sie gibt es weder Konto noch Handyvertrag noch Krankenversicherung.
- Tattoos: Die Grauzone endet: Seit September 2025 dürfen auch Nicht-Ärzte tätowieren, das Gesetz greift nach einer Übergangsfrist mit Registrierung. Gesellschaftlich bleibt es heikel – in Saunen, Schwimmbädern und Fitnessstudios sind sichtbare Tattoos oft unerwünscht.
- Arbeitszeit: Gesetzlich gelten 40 Stunden plus höchstens 12 Überstunden pro Woche – gelebt wird oft mehr, und der Feierabend richtet sich nach dem Vorgesetzten.
- Alkohol: Erlaubt ab dem Jahr, in dem man 19 wird; Trinken in der Öffentlichkeit ist normal, dienstliche Trinkrunden gehören für viele zum Job dazu.
Gesellschaft
Sehr sicher, das Gesundheitssystem exzellent und günstig. Die Hürden sind Sprache und Arbeitskultur: steile Hierarchien, hohes Tempo, wenig Trennung von Job und Privatleben. Keine Ehe für alle; Seoul ist offener als das Land.