Kultur und Alltag in Rumänien
Gastfreundschaft ist hier keine Floskel: Wer eingeladen wird, geht mit vollen Händen wieder heim. Dafür zählt der Rang – im Amt und im Büro entscheidet der Chef allein, und ein „imediat" heißt selten sofort.
Was gut ankommt
- Einladungen annehmen – Absagen wirken kalt
- Namenstage wichtiger nehmen als Geburtstage
- In der Wohnung immer die Schuhe ausziehen
Was man besser lässt
- Rumänien mit Roma-Klischees verwechseln
- Dracula-Witze für originell halten
- Den Chef vor anderen korrigieren
Kennenlernen, Freundschaft, Familie
Familie ist der Mittelpunkt: Sonntagsessen bei den Eltern, Großeltern hüten die Enkel, geheiratet wird groß und orthodox. Kennengelernt wird über Freundeskreise, seltener über Apps – und traditionelle Rollenbilder halten sich hartnäckig, außerhalb von Bukarest und Cluj erst recht.
Verständigung
- Sprachen: Rumänisch, Ungarisch (regional), Englisch, Deutsch (regional)
- Reicht Englisch?: Im Alltag meist ja
Regeln, die überraschen
- Drogen: Cannabis ist illegal und auch reiner Eigenbedarf kann Freiheitsstrafe bedeuten – medizinische Ausnahmen gibt es praktisch nicht.
- Verkehr: Null Promille am Steuer; ab 0,8 ‰ ist es keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat mit Haftandrohung.
- Anmeldung: Als EU-Bürger brauchst du ab drei Monaten Aufenthalt eine Anmeldebescheinigung der Ausländerbehörde IGI – ein Visum dagegen nie.
- Steuern & IT: Die alte Einkommensteuer-Befreiung für IT-Berufe ist gefallen; seit 2025 zahlen auch Entwickler die pauschalen 10 %.
- Rauchen: Striktes Rauchverbot in allen geschlossenen öffentlichen Räumen, auch in Bars und Clubs – eines der schärfsten in Europa.
Gesellschaft
Weder Ehe noch eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare, trotz Urteil aus Straßburg. Die orthodoxe Fastenküche („de post") ist faktisch vegan; in Siebenbürgen gibt es bis heute deutschsprachige Schulen.