Kultur und Alltag in Japan
Zwischen Honne (was man denkt) und Tatemae (was man sagt) liegt der Schlüssel zu allem – ein „schwierig" ist ein Nein. Pünktlichkeit, Ordnung und Rücksicht sind beeindruckend perfekt; als Ausländer bleibst du herzlich willkommen und doch immer „Gaijin".
Was gut ankommt
- Verbeugung erwidern – Tiefe ist Respekt
- Leise sein in Bahn und Öffentlichkeit
- Müll mit nach Hause nehmen (kaum öffentliche Eimer)
- Visitenkarten zweihändig mit Lesen würdigen
Was man besser lässt
- Essstäbchen senkrecht in den Reis stecken (Totenritual)
- Trinkgeld geben – gilt als unhöflich
- Öffentlich die Nase putzen
- Ein „vielleicht" als „ja" verbuchen
Kennenlernen, Freundschaft, Familie
Zurückhaltend und formalisiert: Das „Kokuhaku" (Liebesgeständnis) macht die Beziehung offiziell. Öffentliche Zärtlichkeit ist selten, Arbeitszeiten fordern Beziehungen heraus – dafür ist Verbindlichkeit hoch.
Verständigung
- Sprachen: Japanisch
- Reicht Englisch?: Im Alltag meist ja
Regeln, die überraschen
- Drogen: Null-Toleranz: Cannabis-Besitz bis 7 Jahre Haft, seit 2024 ist auch der Konsum strafbar; gesellschaftliche Ächtung kommt dazu.
- Medikamente: Viele deutsche Standard-Medikamente sind verboten oder genehmigungspflichtig (Pseudoephedrin in Erkältungsmitteln, ADHS-Stimulanzien, starke Schmerzmittel) – vorher „Yakkan Shoumei" klären.
- Tattoos: In vielen Onsen, Bädern und Gyms verboten – Cover-Pflaster oder tattoofreundliche Häuser suchen.
- Alkohol & Rauchen: Alkohol ab 20, überall erhältlich, Trinken im Park erlaubt; Rauchen auf der Straße in vielen Bezirken verboten.
Gesellschaft
Höflich, aber distanziert („Gaijin“); Tattoos: Onsen-/Gym-Verbote; Dashi (Fischsud) steckt fast überall drin – vegan anspruchsvoll.